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Meniskusriss: Was tun und kann ein Meniskusriss von selbst heilen?

Wie kann es zu einem Meniskusriss kommen?

Häufige Ursache für einen Meniskusriss ist das Verdrehen des gebeugten Kniegelenks. Grundsätzlich stellen Sportarten eine Gefahr für die Menisken dar, bei denen eine derartige Drehsturz-Bewegung passieren kann. Dazu zählen insbesondere Sportarten wie Fußball, Tennis,  Handball und Skifahren.

Als weitere Ursachen zählen Übergewicht oder starke Belastungen wie schweres Heben, ständiges Treppensteigen und Tätigkeiten, die überwiegend im Knien durchgeführt werden.

Der Verschleiß von Knorpelstrukturen ist außerdem die natürliche Begleiterscheinung des Älterwerdens.

Wichtig zu wissen: Bei verschleißbedingten (degenerativen) Meniskusrissen – etwa ab dem 40. Lebensjahr – ist eine Operation meist nicht sinnvoll. Sie treten bei vielen Menschen im Laufe des Lebens auf, die meisten bemerken sie aber gar nicht. Besonders häufig sind verschleißbedingte Meniskusschäden bei Menschen mit Kniearthrose. Hier ist entscheidend, das Knie regelmäßig zu trainieren und die Kniearthrose gut zu behandeln.

Symptome des Meniskusrisses:

  • Schmerzen bei Drehbewegungen nach innen (Innenrotation), meist druckschmerzhaft, stechend oder einschießend
  • Hörbares Knackgeräusch im Kniegelenk
  • Schwellung des Kniegelenks
  • Bewegungseinschränkung in die vollständige Beugung und Streckung des Knies
  • Instabilität und/oder Einklemmungsgefühl des Kniegelenks

Als beste Methode zur Diagnostik von Meniskusverletzungen gilt die Magnet-Resonanz-Tomographie, kurz MRT genannt. Mit dieser Technik können Ärzte Knochen, Knorpel und Weichteile genau darstellen und Begleitverletzungen beurteilen.

Welche Funktion hat der Meniskus?

Die beiden Menisken im Knie werden aufgrund ihrer Lage als Innen- und Außenmeniskus bezeichnet. Es handelt sich bei ihnen um zwei halbmondförmige Knorpelscheiben, die aus faserigen Kollagenfasern bestehen. Dadurch können sie Zug- und Scherkräfte, die durch die Bänder auf das Kniegelenk wirken, abfedern. Gleichzeitig wirken die Menisken als Stoßdämpfer und gewährleisten, dass die Gelenkflächen geschmeidiger übereinander gleiten.

Des Weiteren sorgen die Menisken dafür, dass die Gelenkflüssigkeit gleichmäßig über die gesamte Fläche des Kniegelenks verteilt wird. Da der Gelenkknorpel nicht durchblutet ist, ist er auf die Gelenkflüssigkeit und die darin enthaltenen Nährstoffe angewiesen. Werden Knorpelzellen nicht ausreichend ernährt, sterben diese mit der Zeit ab. Daher spielt der Meniskus eine wichtige Rolle für die Gesundheit des Kniegelenks und bei der Vorbeugung einer Kniearthrose.

Was passiert bei einem Meniskusriss und welche Formen gibt es?

Es gibt unterschiedliche Arten von Meniskusrissen. Sie unterscheiden sich nach dem Ort des Auftretens der Verletzung. Ein Riss im Innenmeniskus ist häufiger als eine Verletzung im Außenmeniskus. Das liegt vor allem an der geringeren Beweglichkeit des inneren Meniskus.

Tritt ein Innenmeniskusriss zusammen mit einer Innenband- und vorderen Kreuzbandruptur auf, spricht man von einer „Unhappy Triad“ – Verletzung, die mit die schwerste Verletzung des Kniegelenks ist. Oftmals tritt sie als Folge von Stürzen beim Skifahren oder Zweikämpfen im Fußball oder anderen Ballsportarten auf.

Je nachdem, welche Teile der c-förmigen Knorpelscheibe betroffen sind, werden verschiedene Formen bzw. Arten von Meniskusrissen unterschieden. 

Ein Längsriss verläuft entlang der Faserrichtung des Meniskus.

Der Korbhenkelriss ist ein sehr tiefer Längsriss. Er sieht aus, als würde sich ein Henkel am Meniskus bilden und erstreckt sich vom vorderen (Vorderhorn) bis zum hinteren Anteil (Hinterhorn) des Meniskus. Dieser Riss ist die gravierendste Form und ist sehr schmerzhaft.

Ein Lappenriss beginnt in der Innenzone des Meniskus und zieht sich von dort bis zur Außenzone. Er kann Einklemmungsphänomene verursachen und ist häufig degenerativ bedingt.

Auch der Horizontalriss ist oft Folge von Verschleißerkrankungen. Er teilt den Meniskus in einen oberen und unteren Bereich.

Welche Behandlungsmöglichkeiten gibt es bei einem Meniskusriss?

Die richtigen Therapien sind abhängig von der Schwere und dem Ort der Verletzung. Die Menisken sind im Außenbereich mit dem Gefäßsystem verbunden und werden dort über das Blut mit Nährstoffen versorgt. Weiter innen nimmt die Durchblutung ab, und die Ernährung erfolgt nur noch über die Gelenkflüssigkeit. Daher hat ein Meniskusriss im Außenbereich höhere Chancen auf Heilung als im Bereich der inneren Zone.

Bei einem Meniskusriss im Außenbereich empfiehlt sich meistens eine Meniskusnaht, da eine Naht die beste Aussicht auf Heilung hat. Bei dieser Operation werden die Enden wieder miteinander verbunden. Danach dauert es mehrere Monate, bis das Knie wieder voll belastbar ist. Dafür ist nach einer erfolgreichen Meniskusnaht der Faserknorpel wieder vollständig intakt. Dies reduziert das Risiko einer Kniearthrose als Spätfolge deutlich.

In der wenig bis gar nicht durchbluteten inneren Zone hat eine Meniskusnaht geringe Chancen auf Heilung. Es kommen nicht genügend  Nährstoffe an, um die Zellen mit allem Nötigen zu versorgen, damit sie sich häufig genug teilen und somit den Riss verschließen können. Daher wird ein Riss im Innenbereich nicht vernäht. Stattdessen werden mittels Arthroskopie  die Reste der gerissenen Fasern, damit diese nicht in den Gelenkspalt gelangen, entfernt.

Nach einer solchen Operation ist die stoßdämpfende Wirkung des Meniskus geschwächt und das Risiko für degenerative Erkrankungen erhöht.

Daher ist die Physiotherapie nach einer sogenannten Meniskusresektion so wichtig, um die Muskulatur rund um das Kniegelenk zu kräftigen und den Druck auf den Gelenkknorpel zu verringern.

Bei einer schweren Meniskusverletzung besteht die Möglichkeit eines Meniskusersatzes. Vor allem Profisportler:innen oder junge sehr aktive Menschen profitieren von dieser doch eher aufwendigen Operation. Hierbei kommen sowohl künstliche Implantate aus Kunststoff oder künstlich aufgebautem Körpergewebe als auch Spenderorgane zum Einsatz. Der neue Meniskus wird minimalinvasiv eingesetzt und fest im Kniegelenk vernäht. 

Kann ein Meniskusriss von selbst heilen?

Ja! Kleinere Risse im Meniskus müssen oft nicht operiert werden, sondern heilen von ganz alleine aus. Das gilt aber nur, wenn der Riss in der gut durchbluteten Zone des Meniskus ist und er nicht zu tief in die schlecht durchbluteten Bereiche geht. Allerdings dauert die Heilung sehr lange.

Generell gilt, dass eine gut trainierte Muskulatur das Knie schützt. Ein strukturiertes Training ist daher, egal ob ohne oder nach einer Operation, sinnvoll. Entsprechende Übungen können zunächst unter physiotherapeutischer Anleitung erlernt und dann selbstständig umgesetzt werden.

Für weitere Informationen bezüglich physiotherapeutischer Behandlungsmöglichkeiten stehe ich  gerne zur Verfügung.